Filtersysteme – LAT

Wir beraten Sie gerne.

Jetzt kontaktieren

LAT-Filtersysteme:

Effizientes Thermomanagement für die Industrie

Die fortschreitende Miniaturisierung in der Leistungselektronik stellt die Industrie vor wachsende Herausforderungen. Eine hohe Packungsdichte in industriellen Steuerungssystemen und IT-Infrastrukturen führt zu kritischen Betriebstemperaturen, welche die Zuverlässigkeit von Anlagen und laufenden Prozessen reduzieren. Moderne LAT-Filtersysteme (Luftaustausch) bieten eine methodisch fundierte Lösung, um empfindliche Komponenten vor thermischer Überlastung zu bewahren. Dieser Artikel richtet sich an Anlagenbauer, Konstrukteure und IT-Infrastruktur-Verantwortliche. Sie erfahren im Folgenden, wie der direkte Luftaustausch technisch funktioniert, welche wirtschaftlichen Vorteile das Überdruckprinzip gegenüber aktiven Klimageräten bietet und wie sich die Systeme in bestehende Gehäusearchitekturen integrieren lassen.

B09_17-785-TA02-175_a-scaled

Die Herausforderung in der Schaltschrank- und Luftfiltertechnik

Thermische Belastungen senken die mittlere ausfallfreie Zeit (MTBF) elektronischer Baugruppen gemäß der Arrhenius-Gleichung signifikant. Ein adäquates Kühlsystem ist eine fundamentale physikalische Voraussetzung für die dauerhafte Funktionssicherheit. Im Bereich der Gehäuseklimatisierung steigen die Anforderungen stetig. Die Luftfiltertechnik muss dabei nicht nur den thermodynamischen Vorgaben genügen, sondern auch hohe Standards bezüglich der Langlebigkeit in rauen Produktionsumgebungen erfüllen.

Funktionsweise des direkten Luftaustauschs (LAT) durch industrielle Luftfilter

Bei diesem Entwärmungsverfahren wird kühle Umgebungsluft durch, für den jeweiligen Anwendungsfall geeignete, Luftfilter angesaugt und mit einem definierten Volumenstrom in das Gehäuse geleitet. Diese gefilterte Luft nimmt die konvektiv abgegebene Verlustwärme der Elektronik auf und verlässt das System durch definierte Austrittsöffnungen wieder. Für einen normgerechten Betrieb dieser Filterlösungen ist ein physikalisches Temperaturgefälle von mindestens fünf Kelvin zwischen der Gehäuseinnenluft und der Außenluft erforderlich. Die spezifische Kühlleistung wird in Watt pro Kelvin (W/K) gemessen, was die Abfuhr der Verlustleistung in Relation zur Temperaturdifferenz quantifiziert.

Das Überdruckprinzip als essenzieller Schutz für Anlagen

Ein konstruktives Merkmal der LAT-Technologie von Delta-IDL ist die konsequente Ausführung als Überdrucksystem. Leistungsstarke Ventilatoren pressen die Luft aktiv in den Schaltschrank, sodass der statische Innendruck stets über dem atmosphärischen Umgebungsdruck liegt. Dies verhindert, dass ungefilterte Luft, Feuchtigkeit, Schadstoffe oder abrasive Partikel durch Mikroleckagen an Türen, Dichtungen oder Kabeldurchführungen in das Gehäuse eindringen. Im Gegensatz zu einem reinen Absaugprinzip (Unterdruck), bei dem Schmutz unkontrolliert durch Ritzen angesaugt wird, garantiert der forcierte Überdruck den Schutz der verbauten Elektronik. Das eingesetzte Material und die Gehäusestruktur behalten somit ihre spezifizierte Schutzart, wie beispielsweise IP54, bei.

Vorteile der LAT-Filterlösungen gegenüber aktiver Lüftungs- und Klimatechnik

Aktive Klimageräte nutzen Kältemittelkompressoren, die viel Energie benötigen und oftmals fluorierte Treibhausgase verwenden. LAT-Filtersysteme nutzen die Umgebungsluft als direkte Wärmesenke, wodurch der Energiebedarf auf die reine elektrische Antriebsleistung der Ventilatoren absinkt. Dies schont die Umwelt und reduziert die laufenden Betriebskosten (OPEX) maßgeblich. Die Anlagen verzichten auf klimaschädliche Kältemittel, weshalb das Treibhauspotenzial (GWP) der verwendeten Betriebsstoffe bei null liegt. Dies bietet langfristige regulatorische Sicherheit.

B09_17-785-TA02-175_b-scaled

Abgrenzung zu alternativen Klima- und Lüftungssystemen: Flüssigkeit und hermetische Trennung

Andere Entwärmungskonzepte weisen spezifische Vor- und Nachteile auf. Luft/Wasser-Wärmetauscher erfordern eine kontinuierliche Versorgung mit kaltem Wasser, was bei einer Leckage der Flüssigkeit im Schrank ein katastrophales Kurzschlussrisiko für die Elektronik birgt. Luft/Luft-Wärmetauscher bieten zwar eine vollständige hermetische Trennung der Luftkreisläufe, fügen dem thermischen Netzwerk jedoch den zusätzlichen Wärmewiderstand der internen Trennwand hinzu. Ein direkter Luftaustausch (LAT) ist bei konvektiver Betrachtung thermodynamisch direkter und effizienter, sofern die Umgebungsbedingungen den Eintrag von gefilterter Luft zulassen.

B10_18-863-175_b-scaled

Vielfältige Anwendungsbereiche und Flexibilität in der Fertigung

Die Anwendungsbereiche der LAT-Systeme erstrecken sich über IT-Infrastrukturen und Edge-Datencenter bis hin zu Telekommunikationsanlagen. Durch eine hohe Flexibilität in der Produktion lassen sich die Anlagen an spezifische Bedürfnisse anpassen, was wirtschaftlich tragbare Kleinst- und Kleinserien ermöglicht. Die Qualität der verbauten Filter orientiert sich an strengen Maßstäben, welche Ansätze aus der industriellen Reinraumtechnik aufgreifen, um mikroskopische Verunreinigungen von der Leistungselektronik fernzuhalten.

Delta-IDL als Spezialist und Partner für Ihr Unternehmen

Das 2002 gegründete Unternehmen Delta-IDL mit Sitz in Greifswald, Deutschland, agiert nicht nur als Hersteller von Klimatisierungskomponenten, sondern positioniert sich als ganzheitlicher Spezialist für das Thermomanagement. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern fließen fundierte CFD-Strömungssimulationen direkt in die Auftragsentwicklung der Systeme ein. Diese virtuellen Analysen vermeiden thermische Kurzschlüsse sowie Totwasserzonen bereits in der Konzeptphase.

B11_19-931-190_a-scaled
Set FL ASAT

Kontakt und Service vor Ort

Sind Sie auf der Suche nach einer maßgeschneiderten Entwärmungsstrategie für Ihre Anlagen? Treten Sie mit uns in Kontakt. Unsere Mitarbeiter beraten Sie fundiert und erarbeiten Anwendungen, die auf Ihre mechanischen Vorgaben abgestimmt sind. Die langjährige Erfahrung im Engineering sichert eine verlässliche Projektbetreuung und einen kompetenten Service vor Ort oder als ausgelagerte Entwicklungsdienstleistung.

LAT SCS 17-785

LAT SCS 18-863

LAT SCS 19-931

FAQ: Häufige Fragen zu LAT-Filtersystemen

Wie funktioniert das Überdruckprinzip bei einem LAT-System?
Ein saug- und druckstarker Ventilator fördert Umgebungsluft durch eine Filterkassette und presst diese in den Schaltschrank. Der dadurch entstehende leichte Überdruck sorgt physikalisch bedingt dafür, dass die Luft durch eventuelle Gehäuseleckagen kontrolliert nach außen entweicht und kein ungefilterter Staub in das Innere eindringen kann.
Welche thermodynamischen Voraussetzungen gelten für den direkten Luftaustausch?
Da das LAT-System passiv arbeitet und keine aktive Kälteerzeugung nutzt, muss die zur Verfügung stehende Umgebungstemperatur niedriger sein als die angestrebte Schrankinnentemperatur. In der Praxis ist ein Temperaturgefälle von mindestens fünf Kelvin erforderlich, um eine kontinuierliche und zuverlässige Wärmeabfuhr zu gewährleisten.
Warum ist die LAT-Technologie ökologischer als eine aktive Klimatisierung?
Die Systeme verzichten vollständig auf den Einsatz von chemischen Kältemitteln und Kältemittelverdichtern. Der Energiebedarf beschränkt sich ausschließlich auf die elektrische Antriebsleistung der Ventilatoren, was nicht nur die operativen Kosten senkt, sondern durch den Verzicht auf Treibhausgase das Global Warming Potential (GWP) der eingesetzten Betriebsstoffe auf null reduziert.
Bietet Delta-IDL mechanische Anpassungen für bestehende Konstruktionen an?
Ja, das Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe operative Anpassungsfähigkeit aus und ermöglicht spezifische mechanische Modifikationen an den Filtersystemen und Gehäusen. Selbst kleine Stückzahlen und Kleinserien können wirtschaftlich realisiert und als Sonderlösung nahtlos in das bestehende Endprodukt des Kunden integriert werden.

Produkte

Klimatisierungskomponenten und mehr